Freiwillige Feuerwehr Georgsdorf



Übung Gefahrstoffaustritt Neptune Z17

26.10.2024

Eine nicht alltägliche Übung stand für uns am Samstagmittag an. Szenario war ein Gefahrstoffaustritt bei der Erdgasbohrung Z17 der Firma Neptune am Torfabfuhrweg. Bei klassischen Übungen auf Ortswehr-Ebene endet so ein Szenario in der Regel nach der Menschenrettung entsprechend GAMS-Regel. Ab diesem Zeitpunkt sind nämlich Spezialkräfte erforderlich. Samstag waren genau diese in Form des Gefahrstoffzuges Grafschaft Bentheim mit dabei.

Aber von Vorne: Bei Verladearbeiten an der Erdgasaufbereitungsanlage der Z17 ist es zum Austritt eines Gefahrstoffes gekommen. Der LKW-Fahrer lag bewusstlos am Fahrzeug. Auch 2 weitere Mittarbeiter wurden verletzt und mussten gerettet werden. Dies war unsere Aufgabe. Bei Einsätzen mit Gefahrstoffen geht die örtliche Feuerwehr immer nach GAMS-Regel vor. Dies bedeutet: Gefahr erkennen, absperren, Menschenrettung durchführen und Spezialkräfte alarmieren.

Die Gefahr wurde bereits durch die Mittarbeiter der Firma Neptune erkannt. Es konnten detaillierte Informationen zum Gefahrstoff bereitgestellt werden. Da der Unfall auf dem eingezäunten Betriebsgelände in landwirtschaftlicher Umgebung stattgefunden hatte, war auch das Thema Absperren direkt erledigt. Zur Menschenrettung ist ein Trupp mit bestmöglichem Schutz vorgegangen. Das ist im Ersteinsatz zur Menschenrettung die normale "dicke" Einsatzbekleidung zur Brandbekämpfung mit Atemschutz. Bei der Ausrüstung handelt es sich zwar nicht um einen speziellen Chemikalienschutz, aber zur schnellen Menschenrettung ist diese ausreichend und zweckmäßig. So konnten die ersten 2 Personen sehr zügig gesucht und gerettet werden. Die dritte Person konnte mit Hilfe der Drohne aus Veldhausen im weiteren Umfeld der Anlage aufgespürt werden. Über die Not-Dekontamination ging es für den Angriffstrupp und die Verletzten dann runter vom Gelände.

Zur Abdichtung der Leckage war nun der Gefahrstoffzug des Landkreises im Einsatz. Verfolgt von diversen Übungsbeobachtern und den regulären Einsatzkräften wurde nun eine Dekontaminationsanlage für Personen mit mehreren Zelten, Duschen etc. aufgebaut, bevor die Einsatzkräfte in den markanten Chemikalienschutzanzügen überhaupt in den Einsatz starten konnten. Hier wurde deutlich, was für ein immenser Aufwand nötig ist, um in so einer Schadenslage arbeiten zu können. Die Arbeit als solche, also das Abdichten der Leckage und Auffangen des Mediums war dann in wenigen Minuten erledigt. Nicht weniger Arbeit war nach Abschluss der Übung der Rückbau der Technik. Zum Glück zeigte sich der Oktober von seiner besten Seite. So war dann nach gut 2 Stunden für alle Einsatzkräfte Übung Ende. Im Anschluss folgte am Feuerwehrhaus in Georgsdorf die obligatorische Nachbesprechung mit einem durchweg positiven Fazit.



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