Freiwillige Feuerwehr Georgsdorf

Gefahrgut Ausbildung in Lingen

10.08.2015

Zum Glück dauert bei der Feuerwehr nicht alles so lange, wie so mancher Bericht bei mir. Aber zum Thema:

Am 10. August hatten wir die Möglichkeit, bei der Ortsfeuerwehr Lingen an der Gefahrgut-Übungsanlage zu trainieren. Der Gefahrguteinsatz ist, für die Feuerwehr allgemein und speziell auch für die Wehren, welche nicht so oft mit der Materie zu tun haben, schon eine Herausforderung. Erschwerend kommt hinzu, dass es schwierig ist, wirklich realitätsnah zu üben.

Darum war es sehr erfreulich, dass wir die Möglichkeit hatten, an einer speziell für diese Zwecke gebaute Anlage üben zu können. Dazu haben wir am ersten Dienstabend bereits einen theoretischen Teil und die ersten praktischen Übungen im heimischen Feuerwehrhaus mit den vorhandenen Gerätschaften absolviert. Somit gut gerüstet haben wir uns dann am 10.08. auf nach Lingen gemacht. Die Ortsfeuerwehr Lingen hat über die Jahre eine eigene Gefahrgut-Übungsanlage aufgebaut. Drei Kameraden aus dem Gefahrgutzug hatten sich bereit erklärt, die Ausbildung mit uns durchzuführen.

Nach der Begrüßung sind wir mit einem Rundgang über die Übungsanlage und den nötigen Einweisungen in die Anlage und vorhandenen Gerätschaften gestartet. Die Übungsanlage besteht aus mehreren Anlagenteilen, unter anderem einem abgerissenem Schlauch, einer undichten Rohrleitung, einem undichten Flunsch einem großen Behälter, der beschädigt wurde und einem großem stehendem Behälter, in dem sich eine Steigleiter und eine Armatur auf einer Zwischenbühne befindet. Nachdem jeder Teilnehmer eine grobe Vorstellung davon hatte, was auf ihn zukommt, ging es ans Ausrüsten. Allein das Anlegen der Chemikalien-Schutzanzüge (CSA) ist schon schwierig und verlangt Teamarbeit.

Nachdem die ersten Kameraden ausgerüstet waren, konnte es losgehen. In 2er und 3er Trupps ging es von Station zu Station. Immer dabei die Ausbilder, die an den entsprechenden Stellen wertvolle Tipps geben konnten. Manche Szenarien waren mit der richtigen Idee und ein paar Handgriffen schnell unter Kontrolle. Andere Leckagen erwiesen sich als sehr widerspenstig. Aber auch dabei hat sich gezeigt, dass die Verringerung einer Leckage von mehreren Litern pro Minute auf ein kleines Rinnsal schon ein großer Erfolg sein kann, welcher auch im Ernstfall absolut ausreichend ist. Als letzte Station standen dann noch der stehende Behälter mit der Steigleiter und ein vernebelter Behälter mit einem Hindernis auf dem Programm. Hier wurde dann noch mal der Umgang mit den CSA geübt. Das Einsteigen in einen Behälter ist durch die jährlichen Übungen auf der Atemschutz-Übungsanlage und die höhere Praxis kein großes Problem. Interessant wird es erst, wenn man in einem Schutzanzug steckt, der die Bewegungsfreiheit und Sicht deutlich einschränkt und dann auch noch aufgeblasen wie ein Luftballon ist. Aber mit der richtigen Technik und etwas Übung konnten auch diese Hindernisse überwunden werden. Nach knapp 30 Minuten hatten die Trupps das Ende der Übung, aber auch das Ende ihrer Luftvorräte erreicht und es ging an das Auskleiden. Auch hier war noch einmal Teamarbeit gefragt. Nach der Übung gab es noch eine kleine Nachbesprechung, bei der die gewonnenen Erkenntnisse geteilt wurden. Auch durfte ein kleines Dankeschön, für die hervorragende Vorbereitung und Arbeit der 3 Kameraden aus Lingen nicht fehlen.

Unser Fazit ist, dass die Ausbildung sehr lehrreich war und auch eine Menge Spaß gemacht hat. Wir konnten einige Erfahrungen und Kniffe aus der Praxis mitnehmen, hoffen aber natürlich, dass wir sie so schnell nicht benötigen. Daher können wir jeder Feuerwehr oder anderweitigen Hilfsorganisation nur empfehlen, sich regelmäßig praxisnah weiter zu bilden. Bei Interesse einfach direkt an die Kameraden der Ortsfeuerwehr Lingen wenden.
( www.feuerwehr-lingen.de, dort unter Kontakt --> Gefahrgutübungsanlage )

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